Für GmbH-Gesellschafter und GmbH- Geschäftsführer

Geplante Änderungen durch das Wachstumschancengesetz

26. Februar 2024


Mit Datum vom 2.10.2023 hat die Bundesregierung den Gesetzentwurf (BT-Drucks. 20/8628) zum „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Wachstumschancen, Investitionen und Innovation sowie Steuervereinfachung und Steuerfairness (Wachstumschancengesetz)“ in den Bundestag eingebracht. Eine Verabschiedung des Gesetzes im Bundesrat wird für Mitte Dezember erwartet. Insoweit ist allerdings noch unsicher, ob der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anruft, so dass sich die Verabschiedung des Gesetzes verzögern könnte. Für GmbH-Gesellschafter und GmbH-Geschäftsführer sind dabei insbe-sondere folgende, nach aktuellem Stand geplante Entwicklungen herauszustellen:





–  Erweiterung des Verlustrücktrags und Erhöhung der Verlustvortragsquote (mit dem Ziel, Verluste schneller gegen positive Ergebnisse verrechnen zu können und damit positive Liquiditätseffekte zu erzielen) wie folgt:





–  Der Verlustrücktrag soll ab dem Jahr 2024 auf drei statt bislang zwei Jahre ausgedehnt werden.





–  Das Volumen des Verlustrücktrags bei der Körperschaftsteuer soll auch in 2024 und 2025 10 Mio. € betragen und ab 2026 auf 5 Mio. € sinken. Dieses Volumen betrifft den Verlustrücktrag in alle drei Rücktragsjahre zusammen. Bei der Gewerbesteuer existiert – auch zukünftig – kein Verlustrücktrag.





–  Die in § 10d Abs. 2 EStG geregelte Verlustvortragsquote soll für die Jahre 2024 bis 2027 von 60 % auf 75 % angehoben werden (Abmilderung der sog. Mindestbesteuerung). Damit könnten bestehende Verlustvorträge rascher gegen Gewinne verrechnet werden.





–  Körperschaftsteuerliche Organschaft: Die Regelung des § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 KStG soll gestrichen werden, da diese Norm, die auf die Verhinderung einer Doppelberücksichtigung von negativen Einkünften abzielt, im Ergebnis überflüssig geworden ist. Denn auf Grund der Einführung von § 4k Abs. 4 EStG durch das ATAD-Umsetzungsgesetz wird nunmehr bereits eine doppelte Berücksichtigung von Aufwendungen verhindert.





Hinweis:





Da die konkreten Inhalte des Gesetzespakets zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch umstritten waren, ist die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.


Zur Übersicht