Für Bezieher von Kapitaleinkünften

Steuerliche Behandlung von Negativzinsen

29. Dezember 2021


Zunehmend fordern Banken ab einem bestimmten Kontostand Negativzinsen. Negative
Einlagezinsen stellen keine Zinsen bei den Kapitaleinkünften dar
, da sie nicht vom
Kapitalnehmer an den Kapitalgeber als Entgelt für die Überlassung von Kapital gezahlt werden.
Wirtschaftlich gesehen handelt es sich vielmehr um eine Art Verwahr- und Einlagegebühr, die
bei den Einkünften aus Kapitalvermögen als Werbungskosten vom Sparer-Pauschbetrag erfasst
sind. Bei Anlageprodukten mit gestaffelten Zinskomponenten („Staffelzinsen“) ist nach Ansicht
der FinVerw die Gesamtverzinsung im Zeitpunkt des Zuflusses zu betrachten. Ist die
Gesamtverzinsung positiv, so handelt es sich insgesamt um Kapitaleinkünfte. Eine negative
Gesamtverzinsung ist hingegen stets insgesamt als Verwahr- oder Einlagegebühr zu behandeln.






Handlungsempfehlung:
Es sollte überprüft werden, ob von der Bank der Steuereinbehalt richtig berechnet wird. Ansonsten muss
eine Korrektur bei der späteren Einkommensteuerveranlagung erfolgen.


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